In den vergangenen Tagen haben mich zahlreiche Rückmeldungen aus der Bürgerschaft zu Zugausfällen, Verspätungen und unzureichenden Informationen auf der Eifelstrecke erreicht. Besonders betroffen ist die Verbindung Kordel/Daufenbach – Trier Hbf.

Für viele Menschen ist diese Strecke im Alltag unverzichtbar: für Pendlerinnen und Pendler, Schülerinnen und Schüler sowie für alle, die auf Bus und Bahn angewiesen sind. Ein verlässlicher öffentlicher Nahverkehr ist deshalb keine Nebensache, sondern Teil der Daseinsvorsorge.

Hinweise aus der Bürgerschaft ernst genommen

Die vielen Rückmeldungen habe ich zum Anlass genommen, die Problematik gegenüber der Kreisverwaltung Trier-Saarburg anzusprechen und um eine Einschätzung zu bitten.

Am vergangenen Montag wurde mir vor der Kreistagssitzung eine erste Rückmeldung weitergegeben. In diesem Zusammenhang war auch Bürgermeister Michael Holstein anwesend. Ich habe dabei deutlich gemacht, dass mir bereits zahlreiche Beschwerden und konkrete Hinweise aus der Bürgerschaft zu Ausfällen und Verspätungen vorliegen.

Gordon Schnieder, eine weitere Teilnehmerin und Christoph Biegel sitzen auf einer Bühne und befinden sich im Austausch.

Was der SPNV-Nord damit zu tun hat

Die erste Rückmeldung wurde mir über die Kreisverwaltung aus Richtung des SPNV-Nord weitergegeben.

Zur Einordnung: Der SPNV-Nord ist der Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Nord. Er betreibt die Züge nicht selbst, ist aber für Planung, Organisation und Bestellung des Schienenpersonennahverkehrs in der Region zuständig. Deshalb kamen die fachlichen Einschätzungen zu meiner Anfrage von dort.

Zwei Rückmeldungen, die nicht zusammenpassen

In der zunächst weitergegebenen Einschätzung hieß es sinngemäß, aus den vergangenen Wochen seien keine massiven Störungen bekannt. Auch im Schülerverkehr seien keine Ausfälle oder gravierenden Verspätungen bekannt geworden.

Im Nachgang wurde mir jedoch durch den zuständigen Geschäftsbereichsleiter der Kreisverwaltung Trier-Saarburg eine weitere Einschätzung des SPNV-Nord nachgereicht. Diese zeichnet ein anderes Bild. Darin wird ausgeführt, dass auch dort die Situation auf der Eifelstrecke mit Sorge beobachtet wird.

Als Ursachen werden unter anderem Verspätungen aus dem Knoten Köln, Infrastrukturstörungen entlang der Strecke sowie fahrzeugbedingte Ausfälle auf den Linien RE 12/22 genannt.

Für mich ist klar: Diese beiden Rückmeldungen passen nicht zusammen. Für die betroffenen Fahrgäste ist das kaum nachvollziehbar. Sie brauchen keine unterschiedlichen Bewertungen, sondern eine transparente Darstellung der tatsächlichen Lage.

Die Realität vor Ort spricht eine klare Sprache

Zusätzlich wurden mir aus der Bürgerschaft mehrere Screenshots aus der Verbindungsauskunft zugespielt. Diese zeigen konkrete Ausfälle und erhebliche Verspätungen auf Verbindungen zwischen Kordel beziehungsweise Daufenbach und Trier Hbf sowie in der Gegenrichtung.

Diese Hinweise ersetzen keine amtliche Betriebsstatistik. Sie machen aber sehr deutlich, dass die Beschwerden aus der Bevölkerung ernst genommen und überprüft werden müssen.

Allein gestern, am 26.06.2026, sind erneut drei Züge ausgefallen. Auch das zeigt: Wir reden nicht über Einzelfälle, sondern über ein Problem, das den Alltag vieler Menschen in unserer Region spürbar belastet.

Regelmäßig wird vergebens auf eine geplante Zugverbindung gewartet

Was jetzt aufgearbeitet werden muss

Ich habe deshalb eine transparente Aufarbeitung eingefordert. Geklärt werden muss insbesondere:

Wie viele Zugausfälle und erhebliche Verspätungen gab es in den vergangenen Wochen tatsächlich?

Welche Ursachen lagen jeweils zugrunde?

Welche Maßnahmen werden kurzfristig ergriffen, um den Betrieb zu stabilisieren?

Wie werden Fahrgäste künftig besser und früher informiert?

Und ab wann wird bei wiederholten Ausfällen ein verlässlicher Ersatzverkehr organisiert?

Verlässlichkeit für Kordel und Daufenbach

Für Kordel, Daufenbach und die umliegenden Orte ist die Eifelstrecke eine zentrale Verbindung nach Trier. Wer auf den Zug angewiesen ist, braucht Verlässlichkeit und keine widersprüchlichen Einschätzungen.

Die Kreisverwaltung ist hier nicht unmittelbar zuständig. Sie kann jedoch gegenüber dem SPNV-Nord Einfluss nehmen, das Problem dort konsequent platzieren und klare Erwartungen an ein verlässliches Angebot formulieren.

Genau das muss aus meiner Sicht geschehen. Der öffentliche Nahverkehr wird mit Steuermitteln finanziert. Regelmäßige Ausfälle sind deshalb nicht einfach hinzunehmen, sondern als Dienstleistungsausfall zu bewerten. Ich werde das Thema weiter beharrlich ansprechen, öffentlich machen und auf konkrete Verbesserungen drängen.