Viele Vertreterinnen und Vertreter aus Vereinen, Feuerwehren, kommunalen Gremien und ehrenamtlichen Initiativen sind meiner Einladung gefolgt. Die Fragen wurden bereits im Vorfeld eingereicht und anschließend in einem moderierten Austausch aufgegriffen. Durch den Nachmittag führte Anne-Marie Borne, die souverän, sympathisch und mit gutem Gespür für die Themen moderierte.
Kein Abend der Sonntagsreden
Angesprochen wurden unter anderem die Ehrenamtskarte, die finanzielle und organisatorische Entlastung von Vereinen, steigende Anforderungen bei Veranstaltungen, bürokratische Hürden, die Nutzung von Hallen, die Situation der Feuerwehren sowie Fragen rund um Wiederaufbau, Mobilität und Infrastruktur im Kylltal.
Gerade diese Breite hat deutlich gemacht: Ehrenamt funktioniert nicht isoliert. Wer sich engagiert, braucht gute Rahmenbedingungen. Dazu gehören klare Ansprechpartner, verlässliche Abläufe, nutzbare Räume, weniger Bürokratie und Strukturen, die im Alltag wirklich helfen.
Wertschätzung muss spürbar werden
Ein Beispiel dafür ist die Ehrenamtskarte. Der Verbandsgemeinderat Trier-Land hat die grundsätzliche Einführung bereits am 13. Dezember 2023 beschlossen. Deshalb kann ich den Unmut vieler Ehrenamtlicher gut nachvollziehen, wenn diese Karte bis heute noch nicht spürbar bei den Engagierten angekommen ist und kaum sichtbar kommuniziert wurde, wie der aktuelle Stand ist.
Wenn wir Wertschätzung ernst meinen, müssen Beschlüsse auch umgesetzt und transparent begleitet werden. Die Ehrenamtskarte darf nicht auf dem Papier stehen bleiben. Sie muss mit konkreten Vorteilen, lokalen Partnern und einer aktiven Information der Ehrenamtlichen verbunden werden.
Vereine konkret entlasten
Viele Vereine tragen unser kulturelles und gesellschaftliches Leben. Sie organisieren Feste, betreuen Kinder und Jugendliche, erhalten Brauchtum, sorgen für Begegnung und übernehmen Verantwortung. Gleichzeitig steigen Kosten, Auflagen und bürokratische Anforderungen.
Hier müssen wir konkret ansetzen.
Ein Punkt ist für mich die Überprüfung der Gebührensatzung der Verbandsgemeinde. Gemeinnützige Vereine sollten bei Veranstaltungen nicht durch kleine Verwaltungsgebühren zusätzlich belastet werden, etwa bei Schankerlaubnissen oder vergleichbaren Vorgängen.
Oft steht der Verwaltungsaufwand für Bescheid, Buchung und Zahlungsüberwachung in keinem sinnvollen Verhältnis zur eigentlichen Gebühr. Ein Verzicht oder eine deutliche Vereinfachung wäre daher nicht nur Vereinsförderung, sondern auch echter Bürokratieabbau.
Positiv ist, dass einzelne Anträge, etwa eine Schankerlaubnis, bereits online gestellt werden können. Das ist ein guter Schritt. Gleichzeitig wurde im Austausch deutlich, dass digitale Verfahren nur dann wirklich entlasten, wenn sie transparent und verlässlich funktionieren. Wer einen Antrag online einreicht, muss eine klare Rückmeldung erhalten, dass der Antrag eingegangen ist und wie es weitergeht.
Ich möchte die Verwaltungsstrukturen in Trier-Land deshalb so weiterentwickeln, dass Vereine bei wiederkehrenden Veranstaltungen weniger Aufwand haben, rechtzeitig wissen, was erforderlich ist, eine verlässliche Eingangsbestätigung erhalten und mit ihren Fragen nicht von Stelle zu Stelle laufen müssen.
Hallen müssen für Vereinsleben nutzbar bleiben
Ein weiterer wichtiger Punkt war die Nutzung unserer Hallen. Viele Vereine erleben, dass Veranstaltungen, die über Jahrzehnte möglich waren, heute durch neue oder strenger ausgelegte Vorgaben deutlich erschwert werden.
Sicherheit und Brandschutz sind wichtig und dürfen nicht leichtfertig behandelt werden. Gleichzeitig müssen wir genau hinsehen, welche rechtssicheren Spielräume bestehen. Wenn vergleichbare Regelungen in anderen Kommunen praxistauglicher ausgelegt werden und Veranstaltungen dort unter klaren Auflagen möglich sind, dann sollten wir auch in Trier-Land prüfen, welche Lösungen für unsere Vereine möglich sind.
Mein Ziel ist nicht, Vorschriften zu umgehen. Mein Ziel ist, vorhandene Spielräume verantwortungsvoll zu nutzen: mit klaren Bewertungen, nachvollziehbaren Auflagen, möglichen Abweichungen im Einzelfall, kompensierenden Maßnahmen und einer guten Begleitung der Vereine bei der Planung.
Vereinsleben, Kultur und Dorfgemeinschaft dürfen nicht unnötig an einer zu engen Auslegung scheitern.
Sicherheit ja – aber mit Augenmaß.
Ehrenamtsbüro erhalten und weiterentwickeln
Mit dem Ehrenamtsbüro Trier-Land haben wir bereits eine wichtige Grundlage. Diese Struktur ist richtig und wichtig. Entscheidend ist aber, dass sie dauerhaft gesichert und konsequent weiterentwickelt wird.
Gerade weil das Ehrenamtsbüro zunächst projektbezogen gefördert ist, müssen wir rechtzeitig darüber sprechen, wie diese Unterstützung auch nach Ablauf der Förderung erhalten bleibt.
Ich möchte das Ehrenamtsbüro zu einer noch stärkeren administrativen Unterstützung für Vereine, Feuerwehren, Initiativen und Engagierte weiterentwickeln: bei Fördermitteln, Veranstaltungen, Anträgen, Ehrenamtskarte, Vernetzung und praktischen Fragen des Vereinsalltags.
Wenn Ehrenamt in der neuen Landesregierung eine starke Rolle spielt und direkt an der Staatskanzlei angebunden ist, dann sollte unser Ehrenamtsbüro auch die Brücke sein, um Anliegen aus Trier-Land gezielt dorthin zu tragen.
Rückenwind aus der neuen Landesregierung
Auch auf Landesebene wurde an diesem Nachmittag deutlich: Das Ehrenamt soll künftig eine stärkere Rolle spielen. Dass Ehrenamt gemeinsam mit Sport und Medien direkt an der Staatskanzlei angebunden wird, ist ein wichtiges Signal. Freiwilliges Engagement darf kein Randthema sein. Es gehört mitten in die politische Verantwortung.
Wichtig sind dabei vor allem konkrete Entlastungen. Dazu gehören die angekündigten Schritte beim Thema GEMA-Gebühren für ehrenamtlich getragene Veranstaltungen. Ein landesweiter Pauschalvertrag kann Vereine spürbar entlasten, wenn er einfach, verständlich und praxistauglich umgesetzt wird.
Auch die Vereinfachung von Förderverfahren und Verwendungsnachweisen ist entscheidend. Viele Vereine scheitern nicht am Engagement, sondern am Aufwand. Wer nach Feierabend Verantwortung übernimmt, braucht keine unnötig komplizierten Anträge, sondern verständliche Verfahren und gute Unterstützung.
Für mich ist klar: Land und Verbandsgemeinde müssen hier gut zusammenwirken. Das Land kann wichtige Rahmenbedingungen verbessern. Vor Ort möchte ich die Strukturen in Trier-Land so weiterentwickeln, dass diese Entlastungen bei den Vereinen, Feuerwehren, Initiativen und Engagierten auch wirklich ankommen.
Danke für den starken Austausch
Ich danke allen, die an diesem Nachmittag dabei waren, Fragen eingebracht und ihre Erfahrungen geteilt haben. Der persönliche Austausch im Anschluss hat noch einmal gezeigt, wie viel Wissen, Engagement und Verantwortung in unseren Orten vorhanden ist.
Mein Eindruck ist klar: Die Menschen wollen keine großen Versprechen. Sie wollen, dass man zuhört, versteht und konkrete Dinge anpackt.
Genau dafür stehe ich.
Ehrenamt braucht keine zusätzlichen Hürden, sondern Unterstützung im Alltag. Deshalb möchte ich die Strukturen in Trier-Land so weiterentwickeln, dass Vereine, Feuerwehren, Initiativen und Engagierte bessere Orientierung, klare Ansprechpartner und spürbare Entlastung bekommen.





